Stellungnahme zur Pressemitteilung der halle02

Corona-bedingtes Clubsterben beginnt: halle02 kündigt Ende an

Noch im April wollte die halle02 ihr achtzehnjähriges Bestehen mit einem fulminanten Programm feiern. Statt den Nachholtermin anzukündigen, geben die Geschäftsführer Hannes Seibold und Felix Grädler nun das Corona-bedingte Ende bekannt. 

Seit der Gründung von EventKultur Rhein-Neckar war und ist die halle02 eine wichtiger Akteurin für die Sichtbarkeit der Clubkultur in der Metropolregion. Felix Grädler war Gründungsmitglied, als der Verband zusammen mit bundesweiten Mitstreitern und der LiveKomm antrat, um die GEMA-Tarifreform abzuwenden und initiierte als langjähriger Vorstandsvorsitzender u.a. den Night Mayor Mannheim.
“Dass nun ausgerechnet die halle02 als größte Location für Live-Veranstaltungen in Heidelberg als erstes ihr Ende ankündigt, ist eine Katastrophe. Es ist zu befürchten, dass andere Betriebe folgen werden. Mit den Clubs droht ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Infrastruktur einfach wegzubrechen”, so Tobias Breier, 2. Vorsitzender von EventKultur Rhein-Neckar.
Clubsterben ist nicht erst seit Corona ein bundesweites Phänomen – vor allem privatwirtschaftliche Bühnen kämpfen in den letzten Jahren vermehrt mit steigenden Personal-, Produktions und Marketingkosten. Aber auch die Verdichtung der Städte, und die daraus resultierende Verdrängung urbaner Kulturräume an den Stadtrand, sowie ein geändertes Ausgehverhalten des Publikums erschwert die Lage zusehends. Das Veranstaltungsverbot seit dem 13. März bringt die prekären Verhältnisse der Musik- und Veranstaltungsszene deutlich zum Vorschein.
Nach Gesprächen mit weiteren Mitgliedern des Verbands ist damit zu rechnen, dass in den kommenden Wochen noch weitere Betriebe ähnliche Schritte gehen werden wie die halle02. “Es besteht zwar weiterhin die Hoffnung, dass die Programme der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien endlich konkret werden und die Clubs und Veranstalter*innen  zielgerichtet unterstützen, doch die wirtschaftlichen Folgen werden auch über die Laufzeiten potentieller Hilfsprogramme hinaus weiterhin spürbar sein”, so Zora Brändle, 1. Vorsitzende.
“Wir brauchen eine Perspektive durch gezielte finanzielle Hilfsmaßnahmen, Unterstützung über die Corona-Pandemie hinaus und Konzepte, die auch privatwirtschaftlich betriebenen Bühnen eine wirtschaftliche Perspektive bietet. Ohne Clubs gibt es kein Podium für den kulturellen Nachwuchs. Und wenn es für den keine Bühne mehr gibt, blieben auch irgendwann die großen Arenen leer. Das gesamte Ökosystem ist bedroht”, so Anna Blaich, Vorständin und Sprecherin für Kulturraumschutz bei EventKultur Rhein-Neckar.

Wir möchten an dieser Stelle ein Dank an die langjährige Arbeit der Kollegen Seibold und Grädler aussprechen, sowie allen Kollegen, die weiterhin im veranstaltungsfreien Limbo festhängen, unsere solidarische Unterstützung aussprechen.

der Vorstand
Anna Blaich, Jochen Mayer, Tobias Breier & Zora Brändle
EventKultur Rhein-Neckar e.V.

Die vollständige Pressemitteilung der halle02 ist hier einzusehen: https://www.halle02.de/halle02-sagt-goodbye
Rückfragen & Presseanfragen an vorstand@eventkultur-mrn.de.