Pressemitteilung: Vorstellung einer Studie zur Veranstaltungswirtschaft und einem regionalen Clubförderkonzept für die Metropolregion Rhein-Neckar

Schon im September 2015 haben wir im Rahmen der veröffentlichten Studie über die
volkswirtschaftliche Bedeutung der Musikbranche (Download: Studie Veranstaltungswirtschaft MRN 2018) auf die prekäre Situation der Live-Clubs hingewiesen, die jede Woche tausenden Künstlern eine Bühne und Millionen von Gästen eine kulturelle Erfahrung bieten. So wundert es nicht, dass das „Clubsterben“ nun erneut in der Metropolregion sichtbar wird. Nach dem Schwimmbad-Music-Club und dem Häll in Heidelberg musste nun auch das Mohawk und die Alte Seilerei in Mannheim sowie in Kürze die Nachtschicht in Heidelberg schließen. Nennenswerte Neueröffnungen sind ebenfalls nicht in Sicht.

Dies zeugt von den schwierigen Rahmenbedingungen der Clubbetreiber. Leider ist in der
Gesellschaft oft immer noch die Mär von Millionenerträgen und teuren Sportwagen in den
Köpfen eingebrannt. “Es wird höchste Zeit, dass wir nun aktiv werden und über konkrete Fördermöglichkeiten sprechen.” fordert Felix Grädler, 1. Vorsitzender des Clubverbandes. Bereits in Hamburg und vor kurzem auch in Stuttgart wurden Modelle vorgestellt wie auch (kommerzielle) Betriebe, die Kultur veranstalten unterstützt werden können. Schon vermeintlich geringe Beträge und verbesserte Rahmenbedingungen können hier
weiterhin erfolgreich Kulturarbeit ermöglichen. In vielen Fällen ist nämlich seit Jahren eine Quersubventionierung der Kultur üblich und möglich.

EventKultur Rhein-Neckar, der Verband für Clubbetreiber und Veranstalter in der
Metropolregion Rhein-Neckar will daher mit einem neuartigen Förderkonzept einen
gemeinsamen Topf für die Region (oder jeweils für die Kommunen) schaffen der mit
mindestens 150.000 Euro das kulturelle Angebot der Clubs fördert. Wir versuchen hier
auch neue Wege zu gehen und ebenfalls Firmen zu gewinnen, zur Attraktivität des
Standort Metropolregion beizutragen. Der Topf könne dann von Eventkultur Rhein-Neckar verwaltet werden um nach einem “technischen” Schlüssel (bspw. GEMA-pflichtige Veranstaltungen oder Künstlersozialkasse) die Förderungen auf die Antragsteller zu verteilen. Die Vorzüge dieses Förderinstruments sind Transparenz, eine geringe
Verwaltungskostenquote, das Vermeiden von Doppelförderungen, der Schulterschluss mit
den Urhebern und langfristige Planungssicherheit für Antragsteller.

Wir sind uns sicher, dass sowohl in Politik als auch bei den starken Arbeitgebern in der
Region angekommen ist, dass Clubs und Spielstätten ein wichtiger Standortfaktor für die
Stadtentwicklung sind und eine bedeutende kulturelle, soziale und wirtschaftliche
Dimension für die Entwicklung der Metropolregion Rhein-Neckar haben.
Um unsere Forderungen nach einer Unterstützung für die Clubs zu untermauern
werden wir eine Studie zur Veranstaltungswirtschaft in der Metropolregion
Rhein-Neckar im Jahr 2018 veröffentlichen.

Die Studie soll das kulturelle und wirtschaftliche Potenzial der pop- und subkulturellen
Club- und Veranstalterszene in der Metropolregion Rhein-Neckar, aber auch das
Potential der Teilbranche Veranstaltungswirtschaft in der Kreativwirtschaft zu untersuchen.
Die Studie wird 3 wesentliche Stakeholder erfassen und ist daher in 3 Bereiche gegliedert:

1. Konsumenten / Publikum
durchgeführt vom Studiengang Messe-, Kongress- und Eventmanagement der DHBW
Mannheim im 2. Quartal 2018
Eine qualifizierte Umfrage soll ermitteln, ob das Angebot der Veranstaltungswirtschaft
in der MRN für die Bewohner und Nutzer ausreichend bzw. zufriedenstellend ist, welche
Bedarfe bestehen, wie oft die Angebote genutzt werden und welche wirtschaftliche
Dimension der Bereich im Leben der Menschen einnimmt.
2. Akteure der Veranstaltungswirtschaft
durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Popakademie Baden-Württemberg im 1. Quartal
2018 im Rahmen von 2 Masterarbeiten.
Eine Onlineumfrage bei allen Akteuren der Veranstaltungswirtschaft soll strukturelle
und wirtschaftliche Dimensionen feststellen, Defizite beleuchten und die Wirtschaftskraft
der Branche erfassen.
Die Ergebnisse werden dann mit nationalen (Livekomm) und europaweiten Umfragen
(LiveDMA) verglichen und eingeordnet.
3. Wirtschaftsunternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar
in Zusammenarbeit mit der IHK Rhein-Neckar und Mannheim Startups sowie der
Metropolregion Rhein-Neckar.
Über qualifizierte Befragungen von 20 relevanten Arbeitgebern in der Metropolregion soll
erfasst werden welche Dimension die Veranstaltungsbranche als Standortfaktor in der
Region hat und welche Bedarfe aus Sicht der Wirtschaft formuliert werden können.

Im 3. Quartal 2018 sollen die 3 Bereiche zusammengeführt werden und dann ausgewertet
und veröffentlicht werden.

Weiterführende Ziele der Studie von EventKultur Rhein-Neckar e.V. :
– Fördermechanismen realisieren
– Strukturelle Verbesserungen der Veranstaltungsbranche
– Lobbyarbeit

Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Felix Grädler, Vorsitzender EventKultur Rhein-Neckar e.V.
mobil 01797019778 mail: felix.graedler@eventkultur-mrn.de

Anhänge:
Konzept Clubförderung MRN
Studie Veranstaltungswirtschaft MRN 2018