In den Clubs ist es fünf nach zwölf: Livemusik und Clubkultur am seidenen Faden – Soforthilfen, Regionaler Fonds und Kulturraumschutz gefordert

Die Corona-Krise hat nicht nur die Region in den vergangenen Monaten schwer getroffen. Während das öffentliche Leben und die meisten Wirtschaftsbereiche sich langsam auf ein „New Normal“ hinbewegen, sind insbesondere Clubs und Livemusikspielstätten weiterhin mit einem strengen Betriebsverbot belegt. „First In – Last Out“ bedeutet für die Betreiber*innen und Veranstalter*innen, dass seit dem 13. März 2020 keine Umsätze mehr generiert werden können. Wann ein solches Betriebsverbot endet und wie ein „New Normal“ für Betreiber*innen und Veranstalter*innen aussehen kann, ist gänzlich offen.

Damit die Clubs als Orte des kulturellen Lebens erhalten werden können, brauchen wir in drei Bereichen dringend die Unterstützung der Kommunen und fordern Politik und Verwaltung in der Metropolregion Rhein-Neckar zum Handeln auf:

Einrichtung einer regionalen Livemusikförderung

Wir befürworten die Einrichtung einer regionalen Livemusikförderung, wie von Oberbürgermeister Würzner bereits in der Presse angekündigt. Ein Förderfonds für Betreiber*innen und Veranstalter*innen in popkulturellen und popmusikalischen Bereichen ist zwingend notwendig, um die Vielfalt der Clubs, Veranstalter*innen und Kulturereignisschaffenden in der Region zu sichern, stärken und auszubauen. Durch die Bündelung der bereits eingerichteten kommunalen Förderprogramme in einen regionalen Fonds kann es gelingen, die Livemusik und ihre Akteure als wichtigen kulturellen und wirtschaftlichen Bestandteil der Region zu erhalten.

Soforthilfe für Betreiber*innen und Veranstalter*innen

Wir begrüßen den Schritt der Stadt Heidelberg, allen Clubs in städtischen Liegenschaften die Miete zu erlassen, und die Einrichtung einer Zusatzhilfe durch die Stadt Mannheim, welche auch von Betreiber*innen und Veranstalter*innen in Anspruch genommen werden kann. Wir sehen gleichzeitig, dass diese Schritte noch nicht ausreichend sind, um die Vielfalt zu erhalten und bitten die Kommunen dringend, ebenfalls den Erlass von Mieten in nichtstädtischen Liegenschaften zu prüfen und nach Möglichkeit unbürokratisch Mittel dafür zur Verfügung zu stellen.

Anerkennung als Anlage kulturellen Zwecks

Zusätzlich fordern wir die Anerkennung von Livemusikspielstätten als “Anlagen kultureller Zwecke” laut Baunutzungsverordnung. Die momentane Einordnung als “Vergnügungsstätten” – und damit gleichgestellt mit Bordellen und Spielhallen – würdigt die programmatische Arbeit von Betreiber*innen und Veranstalter*innen herab. Neben der Aberkennung ihres kulturellen Beitrags führt diese Einordnung dazu, dass Livemusikspielstätten in nur wenigen ausweisbaren Gebieten angesiedelt und betrieben werden dürfen und trägt damit direkt zum Clubsterben bei. Mit dieser Forderung schließen wir uns dem überfraktionelle “Parlamentarisches Forum Clubkultur“ an. 

Das Ziel dieser Forderungen ist es, die Livemusikspielstätten in der Region durch die existenzbedrohende Krise infolge der Pandemie zu bringen und diese als wichtigen Bestandteil der kulturellen Szene erhalten. Mit unserer Expertise im Bereich Clubkultur und Veranstaltungswirtschaft steht EventKultur Rhein-Neckar jederzeit für Gespräche und Fragen zur Verfügung.

der Vorstand
Anna Blaich, Jochen Mayer, Tobias Breier & Zora Brändle

EventKultur Rhein-Neckar e.V.
Rückfragen & Presseanfragen können Sie an vorstand@eventkultur-mrn.de richten.

Rettet die Clubkultur!

Metropolregion Rhein-Neckar, 16. April

Rettet die Clubkultur!
Clubverband fordert schnelle kommunale Rettungsschirme

Seit einem Monat steht die Clubkultur in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar still.  Dadurch sind die Einnahmen der ganzen Branche sofort um 100% eingebrochen. Damit sind Mitarbeiter*innen, sowie Freiberufler*innen und Kunstschaffende schlagartig ohne Beschäftigung und viele Clubs und Veranstaltungsorte stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin. Seither haben die Clubs und Veranstalter*innen alles getan, was sie tun konnten: Crowdfunding, Geistertickets, Merchandising und Streaming-Formate wurden sofort erfolgreich umgesetzt. Bund und Länder haben Programme aufgelegt, um die unmittelbaren Ausfälle abzufangen. Auch manche Kommunen haben schnell reagiert und erste ergänzende Maßnahmen ergriffen. Doch die bisherigen Maßnahmen helfen vielen Betroffenen höchstens noch für einige wenige Wochen.Gestern wurde vermeldet, dass das Verbot von (Groß-)Veranstaltungen zunächst bis zum 31. August verlängert werden muss. Wir erwarten jeden Moment die konkreten Richtlinien der Länder was dies konkret für die Wiederaufnahme unserer Betriebe bedeutet. Trotz Kurzarbeitergeld und der bereits aufgesetzten Unterstützungsmaßnahmen werden die meisten Clubs und Veranstalter*innen allerdings nicht bis zu diesem Zeitpunkt durchhalten.

Um die lebendige und vielfältige Club- und Veranstaltungsszene der Metropolregion zu erhalten, brauchen wir jetzt kommunale Rettungsschirme. Gute Beispiele gibt es bereits in Berlin, Hamburg und Köln, wo die Livemusik-Bühnen und Tanzlocations mit Zuschüssen über viele Millionen Euro vor einer Insolvenz geschützt werden, bevor weitere staatliche Maßnahmen ergriffen werden können. Die Szene ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der hiesigen Wirtschaft und Treiber für Innovation und Arbeitgeber, sondern auch ein wichtiger sozialer und demokratischer Begegnungsort für die Bewohner*innen der Region.

Als Vertretung der Clubs und Spielstätten und Veranstalter*innen in der Metropolregion arbeiten wir unermüdlich daran, dass es auch nach Corona Clubs, Spielstätten und Veranstaltungshäuser in unserer Region geben kann. Wir rufen alle Kommunen und Unterstützer*innen und Interessierte dazu auf, jetzt aktiv zu werden und sich mit uns aktiv für die Rettung der Clubkultur in der Metropolregion Rhein-Neckar einzusetzen.

Beispiele für wirkungsvolle kommunale Rettungsschirme finden sich zum Beispiel in Berlin, Köln und Hamburg: Soforthilfe für Clubs

Für den Vorstand und die Mitglieder von EventKultur Rhein-Neckar e.V.
Zora Brändle & Tobias Breier

 

Corona Updates

Liebe Mitglieder und Interessierte

– Am Freitag, den 13.03.2020 hat die LiveKomm den „Krisenstab Corona“ eingerichtet. Bei der konstituierenden Sitzung sind erste Handlungsempfehlungen entstanden die ihr hier direkt nachlesen könnt: CORONA KRISENSTAB

– wir informieren über unser Facebook-Seite zu Updates aus der Branche & der Region

– wir sind derzeit mit verschiedenen Akteuren im Gespräch um eine regionale #Solikampagne auf die Beine zu stellen. Bitte gebt uns noch einen Moment Zeit.