LiveKomm präsentiert clubspezifische Ergebnisse aus der Musikwirtschaftsstudie 2015

Live-Musikclubs agieren im Grenzkostenbereich:
– Jede Kostensteigerung führt unmittelbar in die Verlustzone
– Vielzahl an Ehrenamtlichen fängt das strukturelle Erlösdefizit auf

Erstmals kann die LiveMusikKommission, als Verband der Musikspielstätten in Deutschland mit Hilfe der Musikwirtschaftsstudie die wirtschaftliche Situation der Live-Musikclubs (bis 1.000qm) wissenschaftlich fundiert darstellen. Die Ergebnisse der Erhebung geben Rückschlüsse über die finanziell prekäre Situation der Musikclubs in Deutschland.

Verglichen mit den Gesamterlösen der deutschen Musikwirtschaft (11.067 Millionen Euro) stellen die Live-Musikclubs nur ein geringen Teil des Marktes dar.  Lediglich 2 Prozent (223 Millionen Euro) machen die Spielstätten vom Gesamterlös aus.

Allerdings sind gerade die Kleinst-Musikclubs (mit einer Besucherkapazität von bis zu 150 Personen und einem Eintrittspreis von bis zu 10 Euro) immens wichtig im Bereich der musikalischen Talententwicklung und -förderung. Durchschnittlich finden hier bis zu 93 Konzerte pro Jahr statt. Zieht man alle befragten Clubs hinzu, steigt die durchschnittliche Anzahl der Konzerte auf 119.

Getragen wird dieses Veranstaltungsvolumen von einer Vielzahl ehrenamtlicher (ingesamt 41 Prozent) und freier Mitarbeiter (17 Prozent). Diese Zahlen sowie die durchschnittlichen Personalkosten von nur 28 Prozent machen sichtbar, was innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft längst bekannt ist: Nur durch ungenügende Bezahlung und Selbstausbeutung kann der Betrieb von Musikclubs gewährleistet werden.

Interessante Ergebnisse liefert die Analyse auch hinsichtlich der GEMA-Tarifdiskussion. Trotz der Erlöse aus den Ticketverkäufen, die circa ein Drittel der Gesamterlöse ausmachen, können Clubbetreiber nur durch Quersubventionsmodelle (z.B. Gastronomie) die anfallenden Kosten für Künstler und Urheber (Honorare, Abgaben an Verwertungsgesellschaften und KSK) decken. Jede weitere Kostensteigerung gefährdet die Existenz der Kulturbetriebe.

Unterstrichen werden diese Fakten mit der Gegenüberstellung der im Clubbereich anfallenden Gesamtkosten. Hier ergibt sich ein Kostendeckungsgrad von 106 Prozent. Dies ist jedoch nur durch die durchschnittliche Subventionsquote von 7 Prozent möglich. Ohne Subventionen gäbe es eine negative Kostendeckungsqoute im operativen Geschäft.

„Wenn man bedenkt,“ so Karsten Schölermann (1. Vorsitzender der LiveKomm), „dass viele Musikclubs gar keine oder nur 1-2 Prozent Subventionen erhalten, machen die Ergebnisse der Studie deutlich, warum viele Clubs am Rande der Existenzfähigkeit stehen.“

Die Rücklaufquote bei der Unternehmensbefragung lag unter den LiveKomm-Mitglieder (352; Stand: Frühjahr 2015) bei knapp 24,7 Prozent. Die Verbände der Musikwirtschaft haben sich erstmals in einer Kooperation zusammengeschlossen, um alle marktrelevanten Daten der unterschiedlichen Musikwirtschaftsbereiche zu ermitteln. Die Ergebnisse der Musikwirtschaftsstudie wurden am 23.09.2015 im Rahmen des Hamburger Musikdialogs vorgestellt und veröffentlicht. Die clubspezifische Analyse ist der Pressemitteilung beigefügt. Die Musikwirtschaftsstudie kann auf www.livekomm.org heruntergeladen werden.

Die LiveKomm (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.) fördert und entwickelt die musikalischen Spielstätten sowie alles, was in ihnen passiert.

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